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Zellerauer Imam geht voran

Würzburger Gruppe reiste nach Bosnien-Herzegowina

In der Zellerau hat die Reise nach Sarajevo/ Bosnien-Herzegowina begonnen, in der Zellerau endete sie. Allen voraus gegangen ist Zahir Durakovic, Imam der bosnischen Moscheegemeinde in der Zellerau.

Die 16-köpfige ökumenisch-interreligiöse Gruppe hat nach einjähriger Vorbereitungszeit in der Zellerau zusammen mit der Ökumenischen Nagelkreuz-Initiative vom 5.-13. April 2014 eine Begegnungs-, Studien- und Versöhnungsreise nach Bosnien-Herzegowina durchgeführt. Ziel war es, Geschichte und Gegenwartssituation des bosnischen Volkes verstehen zu lernen und über Wege bosnisch-deutscher Solidarität nachzudenken. In Sarajevo, dem Jerusalem Europas, wurden wir ausführlich über Geschichte und Gegenwartssituation des bosnischen Volkes informiert. Wir fuhren von Sarajevo aus nach Mostar und Srebrenica und in die abgelegenen Dörfer der Romanija bis nach Olovo.

Wenige Wochen nach der Reise wurde das traumhaft schöne, touristisch wenig erschlossene Land von einer verheerenden Überschwemmung heimgesucht. Besonders stark betroffen ist die Gegend von Olovo, der Heimat des Zellerauer Imams. Die Reisegruppe hat am 17. Mai in der Zellerau eine Aktion zur „Soforthilfe für Bosnien“ gestartet.

Im Anschluss an die Reise berichtete die Reisegruppe bei einer Podiumsdiskussion am 28. April in St. Elisabeth/Zellerau, von Eberhard Schellenberge vom Bayerischen Rundfunk moderiert, vom Land und von den gastfreundlichen Bosnier/innen, die immer noch stark unter den Folgen des ethnischen Kriegs von 1991 – 1995 leiden. In einer gemeinsamen Bosnien-Erklärung brachte die Gruppe zum Ausdruck, dass sie das weithin vergessene Land ins Bewusstsein bringen will – in Erinnerung an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren und an die Beendigung des Kriegs vor 20 Jahren. Die Teilnehmer/innen will sich in Würzburg weiterhin für eine versöhnte Gesellschaft engagieren, in der Menschen verschiedener Kulturen und Religionen lernen, sich gegenseitig zu respektieren und sich gemeinsam gewalttätigen nationalistischen Bewegungen zu widersetzen. Am 3. Juli um 18.oo Uhr findet im VCC ein Gebet der Religionen statt, bei dem Gläubige aus verschiedenen Religionen, wie es auch in Bosnien geschieht, gemeinsam für den Frieden vor Ort und weltweit beten werden. Die nächste Bosnienreise ist für 2015 oder 2016 geplant.

Pfarrer Klaus Beurle