LESERBRIEF

Zur Parlamentswahl in Pakistan

(Gewalt überschattet Wahl in Pakistan, MAINPOST vom 11. Mai 2013,)

 

PAKISTAN –Ein Volk lässt aufhorchen

Pakistan gilt als ein Land, das in Terrorismus und Chaos versunken ist. Für die Wahlen am 11. Mai hatte man aus westlicher Sicht nur Schlimmes befürchtet. Doch die Pakistaner haben aufhorchen lassen. Über 60% der Wahlberechtigten gingen zur Wahl und ließen sich durch den blutigen Terror der Taliban nicht einschüchtern. Auch am Wahltag gab es einen Terroranschlag. „Es gibt mehr als Terror“, so hatte die MAINPOST am 16. Januar einen Würzburger Pakistan-Besucher zitiert. Die Bevölkerung weiß, dass die von den USA im Kampf gegen Afghanistan unter Bin Laden aufgebauten Taliban ihre nationale Existenz bedrohen. Am Wahltag haben sie deshalb einem demokratischen Pakistan ihre Stimme gegeben.

Pakistaner sind keine Steinzeit-Muslime. Wenngleich die Christen, wie andere Minderheiten, starke Benachteiligungen ertragen müssen, sind sie frei in der Religionsausübung – anders als intoleranten islamischen Ländern, mit den der Westen, die Bundesrepublik eingeschlossen, reiche Geschäfte macht. Die pakistanische Bevölkerung ist gastfreundlich, offenherzig, europafreundlich und demokratiewillig. Das Land braucht Freunde, die Schluss machen mit dem Klischee, Muslime seien von ihrer Religion her gewalttätig und zur Demokratie unfähig. Dr. Klaus Beurle, Würzburg