Predigt – Fest Johannes des Täufers - Lk 1, 57-66.80

23./24. Sept 2018 in Schnackenwerth, Eckartshausen, Egenhausen

Liebe Christen/innen,

wir erleben derzeit heiße und spannende Tage – in mancher Hinsicht. Spannend sind in diesen Tagen viele Fußballspiele. Aber viel spannender und aufregender ist, wie ich denke, die Beschreibung der Geburt des Johannes des Täufers – aus einer ganz anderen Welt. Schauen wir näher hin: das betagte Elternpaar Zacharias-Elisabet bekommt noch ein Kind – ganz unerwartet. Familie und Verwandte können es nicht fassen. Und Zacharias, dem Vater, der zu Priesterklasse gehörte und gerade Tempeldienst hatte, verschlägt es die Sprache. Er kann nicht mehr reden…

Spannend der Streit um den Namen des Neugeborenen: alle gehen davon aus, dass, wie üblich, der Erstgeborene den Namen seines Vaters erhält, Zacharias also. Doch Elisabet protestiert: Nein, nicht Zacharias, sondern Johannes soll er heißen. Na so was! Dann wird noch Zacharias im Tempel befragt. Er soll entscheiden – wie ein Schiedsrichter beim Fußball. Zacharias oder Johannes? Da Zacharias nicht mehr reden konnte, muss er den Namen des Kindes auf ein Täfelchen schreiben. Was schrieb er drauf? Johannes. „Im gleichen Augenblick konnte Zacharias Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott.“ Zacharias zeigte auf den Punkt: Johannes, sein Sohn, wird das große Spiel machen und auf den hindeuten, der den Spieß herumdrehen und die Niederlage der Menschheit verhindern.

Was bedeutet eigentlich „Johannes“? Wörtlich übersetzt heißt Johannes „Gott ist gnädig, Gott ist gütig.“ Elisabet und Zacharias ahnten, ohne Genaueres zu wissen, was Johannes, der strenge Büßer, den Menschen ankündigen wird: „Gott ist gnädig, Gott ist gütig“.

Doch wie ging es weiter mit Johannes? Die Menschen in der Gegend erschraken, „man sprach von all diesen Dingen, im ganzen Bergland von Judäa.“ Es ging also spannend weiter. „Das Kind wuchs heran, und sein Geist war stark.“ Wir müssen aber genau hinschauen und hinhören, um zu begreifen, was da geschah. Wir sind allerdings religiös weithin blind geworden, weil wir nur noch auf Sensationelles hinschauen und hinhören. Papst Franziskus sagt es immer wieder: „Gleichgültigkeit ist unsere große Sünde“. Johannes ging in die Wüste und wies von dort auf den hin, der den je größten Sieg feiern wird. „Habt keine Angst. Ich habe die Welt überwunden, ich habe den Herrscher der Welt, den Feind der Menschen besiegt.“ (Joh 16,33). Jesus hat das Endspiel der Geschichte gewonnen. In ihm siegte die Liebe und die Versöhnung.