MARIA, ZUFLUCHT DER BEDRÄNGTEN

 

3. Oktober 2014 - Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung Eckartshausen

 

Liebe Christen, wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen nach Leitbildern suchen – nach Leitbildern, die ihnen helfen, ihrem Leben einen Sinn und Erfüllung zu geben. Manche liefern sich dabei Menschen aus, von denen sie nicht ins Leben, sondern ins Nichts, in den Abgrund verführt werden. Manche beten ihre Stars an, durch deren Lieder und Schlagzeugrhythmen sie sich mit vielen anderen in einen Rausch, in einen Trancezustand führen lassen.

 

Für uns Christen

ist hingegen Maria häufig ein ganz besonderes Leitbild. Obwohl Maria keine Show abgezogen hat, geschweige denn zum Krieg aufgerufen hat, übt sie für viele Christen eine einmalige Faszination aus. Weshalb? Wenn auch der Glaube vieler Christen in unseren Regionen lasch geworden ist und nicht wenige Christen dem Glauben gegenüber gleichgültig oder gar abweisend geworden sind, so haben doch Marienheiligtümer und Marienpilgerorte Gottlob nichts an ihrer Attraktion verloren. Immer wieder machen sich Menschen – auch aus Ihrer Gemeinde – auf den Weg zu Orten, an den Maria einzelnen Menschen begegnet ist. Dort wollen auch sie etwas erfahren von der Besonderheit Mariens, sie wollen an solchen Orte „auftanken“, neu Kraft schöpfen und Orientierungshilfe für ihren Lebensweg bekommen. Sie vertrauen sich der Frau an, die wie kein anderer Menschen allen Menschen nahe ist und deshalb eine Kraft von ihrer ausgeht. Wer hat es noch nicht erfahren, was es bedeutet, bei der Maria unser Herz ausschütten und bei ihr Zuflucht finden zu können, wenn wir in Bedrängnis und ratlos sind?

 

 

Auch die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung in Eckartshausen ist ein Sinnbild dafür, dass Maria Menschen Kraft und Trost gibt. Mariä Heimsuchung bezieht sich ja auf den Entschluss Mariens, spontan ihre Base Elisabet aufzusuchen, „heimzusuchen“, nachdem sie die unfassbare Botschaft erhalten hatte, Mutter des Messias, Mutter Jesu, des Gottessohnes zu werden. Elisabet, selbst im sechsten Monat, grüßte sie staunend und ehrfurchtsvoll: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deiner Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ Elisabet hatte in der Tiefe ihres gläubigen Herzens begriffen, was Unfassbares geschehen war. Maria stimmte daraufhin den berühmt gewordenen Lobgesang, das Magnificat, an: „Meine Seele preise die Größe des Herrn und mein Geist frohlockt über Gott, meinem Heiland“.

 

Was aber sagt uns heutigen Menschen Mariä Heimsuchung, uns, die wir uns in Eckhartshausen in der Kirche Mariä Heimsuchung zusammengefunden haben?

 

1. Maria ist das Gegenstück zur heute weit verbreiteten Glaubensgleichgültigkeit. Maria ließ sich von Gott ansprechen und in Gottes Lebensplan für sie einführen. Sie war überwältigt und bestürzt, doch in ihrem Glauben an Gottes unerklärlich Vorsehung hat sie sich zu ihrem Ja durchgerungen: „Mir geschehe nach deinem Wort.“ Maria überlässt Gott die Führung über ihr Leben. Wenn wir dasselbe tun, hat Gleichgültigkeit keinen Raum in unserem Leben.

 

2. Maria ist das Gegenstück zur heute nicht seltenen Einsamkeit – einer Einsamkeit, die oft in Ichsucht und Selbstverliebtheit ihren Grund hat. Maria hat das unfassbare Geheimnis ihres Lebens nicht für sich bewahren wollen, sondern hat sich auf den Weg gemacht, um es weiterzusagen und mit Elisabet das Erstaunliche und Unfassbare ihres Lebens zu teilen. Wenn wir Freude oder Leid erfahren, sollen wir es mit denen teilen, die uns nahe stehen. Wenn wir uns abschließen oder verbergen wollen, was uns widerfahren ist oder was Gott sich für uns ausgedacht und für uns geplant hat, werden wir einsam. Maria hat sich auf den Weg gemacht und sich nicht einem Wahrsager, sondern einem geliebten Menschen anvertraut.

 

3. Maria ist das Urbild der Jesusnachfolge. Wer Jesus liebt, liebt Maria. Ihr Lebensweg ist so ganz anders verlaufen als der ihres Sohnes und doch ist niemand so sehr mit Jesus verbunden gewesen wie Maria. So konnte Jesus vom Kreuz aus zu seinem Lieblingsjünger sagen: „Siehe da, deine Mutter….“. Wie Maria ihm Mutter gewesen ist, soll sie Mutter aller Christen, aller Menschen sein. Maria hat an der Seite Jesu erfahren, wie sehr und mit aus welchem Geist heraus Jesus die Menschen seiner Zeit und damit die Menschen aller Zeiten geliebt und sich für sie geopfert hat. Maria kennt die Träume, Hoffnungen und Leidenschaften junger Menschen, sie kennt Lebenserfahrungen und Leiden einsamer, kranker und alter Menschen. Mutter aller Menschen ist sie, Mutter vor allem der Bedrängten und Leidenden.

 

Wie viele Menschen suchen in diesen Tagen und Monaten Zuflucht und Hilfe bei der Mutter unseres Herrn – Menschen, die auf der Flucht sind, Menschen, die geschlagen, vergewaltigt, vertrieben und ins Nichts gestoßen werden! Mutter der Bedrängten und Hilflosen, sei du ihnen Schutz und Hilfe der Menschen, die unter Krieg und Gewalt leiden! Täglich erfahren wir von ihren unbeschreiblichen Leiden und unmenschlichen Demütigungen. Wir leben in einer Welt, die geteilt ist zwischen Menschen, die in Sicherheit leben und ein angenehmes, unterhaltsames Leben führen können und Menschen, die in Unsicherheit leben und unsägliche Entbehrungen ertragen müssen. Mutter aller Menschen, stehe uns bei, vor allem jenen, die bei dir Zuflucht suchen, den Heimatlosen, den Flüchtenden, den Gefolterten..

 

Niemand lebt in absoluter Sicherheit. Sorglosigkeit darf nicht zu Gleichgültigkeit werden. Wir sollen wie Maria auf Gottes Wort hören und mit Maria zu sagen: „Mir geschehe nach Deinem Wort.“ Maria will, was Jesus wollte: dass Sein Reich komme! Dein Reich komme in eine Welt, die weiter von deinem Reich entfernt zu sein scheint als je zuvor. Maria, sei Du unsere Mutter, sei Zuflucht für die vielen, sei Leitbild und Wegführerin für uns alle auf dem Weg zu unserem Lebensziel, zu Jesus, deinem Sohn.

 

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