Malaysia

Die älteren Kirchen und die jüngeren Kirchen“

Begegnungen mit Priestern und Bischöfen in Malaysien

Interkulturelle Erfahrungen und katholische Reflexionen

20./25. August – 17. September 2013

Gesprächsabend am 25. Sept bei S u T Kellerhaus, Lengfeld

 

  1. Anlass für Tätigkeit in Malaysien - Exotisches zur Einstimmung

    1. Einladung 2012 von Erzbischof Murphy Pakiam (Kuala Lumpur) zur jährlichen „clergy retreat“ im Geist von Charles de Foucauld

    2. Grundlage: Emmanuel Asi „The Human Face of God at Nazareth“(Anlage)

    3. Exotisches: Angeschwemmter toter Delphin vor dem Exerzitienhaus, Schlange in 2 Exerzitienhäusern, 15 Affen beim Wüstentag, Megapapageien im Pfarrhaus

    4. Andere Programme: zuvor in Myanmar Priestertreffen und Erkundungsreise, in Kuala Lumpur einwöchiges interreligiöses Lalon-Forschungsseminar mit drei Experten aus B-desch.

 

  1. Exerzitien in zwei Regionen unterschiedliche Regionen (Anlagen)

    1. Kuala Lumpur - Vorzeigestadt einer modernen islamischen Hauptstadt in einem reichen Land, Hochhäuser & Moscheen serienweise

    2. Cameron Highlands – 1800 m hoch, Ferienort der Engländer

    3. Penang (George Town) – Hafen/Handelsstadt, Insel, weltoffen, starke rel. Minderheiten (Chinesen), Hochburg der politischen Opposition, bis 1957 Priesterseminar für Südasien

 

  1. Kommunikation – alles andere als eine einfache Sache

    1. Problem landesweit – keine Einheitssprache (malaiisch – Sprache der Bevölkerungsmehrheit, chinesisch, indisch/tamilisch, englisch)

    2. Innerkirchliche Sprachdifferenzen: französisch: Aufbau der Ortskirche durch französische MEP-Missionare, chinesisch unter Chinaflüchtlingen, tamilisch unter indienstämmigen Priestern, Englisch als Hauptsprache unter gebildeten Priestern. Folge: gegenseitiges Verstehen ist schwierig, vor allem mit chinastämmigen Priestern. Gottesdienste häufig nacheinander in vier verschiedenen Sprachen. HERALD, katholische Wochenzeitschrift, in vier Sprachen! (Anlage)

    3. Harsche Reden von Priestern über andere Priester/über Bischöfe

    4. Mein Versuch: einfache Sprache zu sprechen, klaren Aufbau an die Tafel geschrieben, nicht als „retreat preacher“, stattdessen: „being priest among priest following Jesus in Nazareth“.

    5. Retreat wird von vielen als Zeitvertreib verstanden, Schweigen für viele nicht üblich… andere ernsthaft bei der Sache: intensive Einzelgespräche, bewegende Lebensgeschichten, isolierte Priester, existentieller Austausch unter Priester ist selten (revision de vie, fratenité) em. Erzbischof Soter Fernandez (81), Portal für Jesus Caritas in Malaysien, praktiziert bis heute der Spiritualität von Charles de Foucauld (nach meiner ersten retreat 1986), ist leuchtendes Vorbild der Brüderlichkeit und Einfachheit.

 

  1. Selbstverständnis der malaysischen Priester und Bischöfe

9% Christen in Malaysien, Beispiel: kath. Erzdiözese Kuala Lumpur – Gesamtbevölkerung: 12 Mio., Katholiken: ca. 170 000, Migranten 66 000, 35 Pfarreien, Priester 46, Ordensmänner 12, Ordensfrauen 122, Seminaristen 6 – Diözesen 9

    1. Christen sind Minderheit, bestimmende Leitungsfunktion der Bischöfe und Priester, keine internen Diskussionen à la West

    2. Priester/Bischöfe gehören zu Asien – selbstbewusst gegenüber (dekadentem) Westen, oftmals jedoch römischer als die Römer

    3. Verbindlicher, durch Diözesanversammlungen erarbeiteter Pastoralplan der Diözesen: „Our Vision/Our Mission“ –Schwerpunkt: Basic ecclesial communities – ihre Effektivität wird bezweifelt – das Hirte/Herde-Modell funktioniert besser

    4. Durchgehende West-Ost-Probleme: Identitätskrise der Priester, abnehmende Zahl von Berufungen, Jugendliche schwerer zu erreichen… Unterschied zum Westen: volle Kirchen, viele Jugendliche, lebendige Gottesdienste, Zugehörigkeit zur Kirche unangefochten

    5. Rolle der großen geistlichen Gemeinschaften umstritten, San Egidio nicht zugelassen.

 

  1. Christen, Hindus, Buddhisten, Konfuzianer, u.a. und die Politik der Regierung

    1. Auf ökumenisch-interreligiöser Basis gegen Regierungspolitik, furchtlos und öffentlich

    2. Dialog im Alltag kaum vorhanden. Schwache Ökumene: Abgrenzung der vielen kleinen Kirchen gegenüber Katholiken, Interreligiöser Dialog: formell und äußerlich, kein substantieller Dialog, durch Regierungseinfluss nimmt Abgrenzung der Muslime im Alltag zu

    3. Nuntiatur wurde erst im März 2013 errichtet. Regierung will modern erscheinen. Erzbischof Pakiam verweist (amerikanischen) Nuntius scharf in seine Grenzen.

 

  1. Schleichende Islamisierung

    1. Ziele der Umno-Regierung

    2. Tricks der Islamisierung, Verlockungen zur Konversion, vor allem für Ureinwohner Ost-Malaysiens und Studenten/innen

    3. Entschiedenheit und furchtloser, offener Widerstand der Christen

 

  1. Die jüngeren und die älteren Kirchen-

Universale, katholische Kirche

 

    1. Der Beitrag der Christen in Malaysien

    2. Die Zukunft der Kirche in Malaysien

    3. Von Benedikt zu Franziskus

Alte und junge Kirchen – Franziskus; „Die jungen Kirchen entwickeln ein System aus Glaube, Kultur und Leben auf dem Weg… Ich sehe ganz klar, dass das, was die Kirche heute braucht, die Fähigkeit, die Wunden zu heilen und die Herzen der Menschen zu wärmen – Nähe und Verbundenheit. Ich sehe die Kirche wie ein Feldlazarett nach einer Schlacht…“ (Interview mit Antonio Sparado SJ am 19. Sept. 2013)

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Schlussfolgerungen

Priestersein in Malaysien ist nicht leichter als in Deutschland, die Herausforderungen aber anderer Art, gegenseitige Ergänzung und Bereicherung ist notwendig, aber nicht in die kulturell sehr unterschiedliche Wirklichkeit umzusetzen.