Predigt des Papstes Franziskus am Dienstag, den 16.April 2013 in S.Marta, Rom

 

Um es klar zu sagen: Der Heilige Geist stört uns. Denn er bewegt uns, er schickt uns los, er treibt die Kirche, vorwärts zu gehen. Und wir sind wie Petrus bei der Verklärung (Christi): „Wie schön ist es, alle zusammen hier zu sein!“ … Aber wir wollen uns nicht stören lassen. Wir möchten, dass der Heilige Geist sich anpasst … wir wollen ihn zähmen. Aber das geht nicht. Weil er Gott ist, weil er der Wind ist, der geht und kommt und du weißt nicht, woher. Er ist die Kraft Gottes, ist derjenige, der uns Trost gibt und die Kraft zum Vorwärtsgehen. Aber dann auch: vorwärts gehen! Und das ist die Störung; die Bequemlichkeit ist schöner. Heute scheint es so, als seien wir alle froh über die Anwesenheit des Heiligen Geistes, aber das stimmt nicht. Diese Versuchung existiert heute noch. Nur ein Beispiel: denken wir ans Konzil. Es war ein schönes Werk des Heiligen Geistes. Denkt an Papst Johannes: Er schien ein guter Pfarrer zu sein – er hat dem Heiligen Geist gehorcht und dieses ausgeführt. Aber nach 50 Jahren: Haben wir alles verwirklicht, was uns der Heilige Geist im Konzil gesagt hat? In derselben Kontinuität des Wachstums der Kirche, in der das Konzil stand? Nein. Wir feiern diesen Geburtstag, wir bauen ein Monument, das uns aber nicht stören darf. Wir wollen nichts ändern. Noch mehr: Es gibt Stimmen, die rückwärts gehen wollen. Das nennt man starrköpfig, das heißt, den Heiligen Geist zähmen, das bedeutet, dumm zu werden und langsam von Herzen.