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Auch Menschen verfärben sich

 

Plötzlich fangen die Blätter an, gelb zu werden, zart gelb, einige braun-rötlich. Den ganzen Sommer über standen die Bäume im Innenhof meines Wohnhauses in saftigem Grün, auch die heißen Wochen hindurch. Aber vor drei Tagen, als die Temperaturen plötzlich sanken, sah ich von meinem kleinen Balkon aus: die Natur beginnt sich zu färben und ihr Herbstkleid anzuziehen. Die Blätter werden tief rot-braun oder leuchtend gelb werden – und sie werden bald schon abfallen…

 

Wie mit der Natur, so ähnlich verhält es sich auch mit uns Menschen. Auch wir färben uns, verlieren unsere sommerliche Frische. Haare, Zähne und manch anderes fallen aus. Die sonnige, jugendliche Energie geht allen Menschen zu einer bestimmten Zeit verloren.

Alles verändert sich, nichts bleibt gleich – in unserem persönlichen Leben wie auch in unserem gesellschaftlichen und kirchlichen Leben. Handelt es sich um Veränderungen zum Guten oder zum Schlechten?

Sicher erscheinen mir:

  1. Wenn sich alles ständig ändert und wir uns an nichts mehr halten können, das nervt Menschen, das nervt mich und strengt an.
  2. Veränderungen geschehen aber nicht für nichts. Verluste sind nicht umsonst. Verluste haben einen Sinn, sie werden durch anderes ersetzt. Selbst das, was unersetzbar ist, wird durch etwas anderes ausgefüllt.

Jede Veränderung ist Verwandlung. Etwas Neues, etwas Anderes kommt, mag die Verwandlung noch so schmerzlich sein - Verwandlung auf das Ziel hin, für das wir geschaffen sind. Rückkehr zum Ursprung, Rückkehr zu paradiesischen Zuständen, von denen wir uns so weit entfernt haben.

Rückkehr ist mühsam und tut weh – dem Einen mehr, dem Andern weniger. Der Eine hat sich den Weg zurück verbaut, der Andere ließ sich auf dem Weg helfen von Dem, der selbst der Weg ist.

Das Ziel ist das Leben, das Gott selbst ist, der größer ist als alle unsere Vorstellungen. Er ist Alpha und Omega, kennt keinen Anfang und kein Ende. Für ihn gibt es keine Entfernung, keine Geschwindigkeit. Er ist „alles in allem“. Er ist für uns da.