Predigten 2012

Predigt :       Ez 1,28-2,5; Mk 6,1b-6     7./8. Juli 2012         Teilheim/Würzburg

 

Jesu Ruhm und der Ruhm des Europameisters

 

1.Wirklich meisterlich –

Können wir Jesus, den himmlischen Meister, mit den Spaniern, den Europameistern vergleichen? Die Jünger nannten Jesus Meister, „Rabbi“. Er konnte manchmal in der Menge baden – so beliebt war der Zimmermannssohn. – Am letzten Sonntag wurden die Spanier „Meister“, Europameister. Sie haben meisterlich gespielt; danach haben auch sie sich stundenlang in der feiernden Menge gebadet.

2. Meisterlich unterschiedlicher Art

Die beiden, mögen Sie einwenden, haben doch nichts miteinander zu tun, Jesus, der Nazarener, und die Helden aus Spanien. Gewiss, es sind Meister ganz unterschiedlicher Art. Doch im Vergleich mit den fußballenden Spaniern kommt die Besonderheit des wandernden Meisters besser zur Geltung, als wenn wir nur im Gesangbuch oder in der Bibel blättern.

3. Zwei verschiedene Teams

Schauen wir die Teams der beiden an: hier der hoch angesehen Trainer del Bosque mit seinen 11Spielern und vielen Assistenten; - dort Jesus mit seinen Zwölfen und vielen Verwandten und Anhängern. Die Spanier folgten ihrem Chef ohne Zögern, ohne Murren, was der Grund ihrer Glanzleistung war. Die Verwandten Jesu – viele Geschwister! - verstanden ihn oft nicht und mit den Elfen, die Jesus selbst nominiert hatte, erlebte er Reinfälle. Immer wieder wollten sie es besser wissen, eine Glanzleistung war mit ihnen nicht möglich.

4. Grenzen der Bewunderung Jesu

Gewiss, die Leute bewunderten Jesus. Doch wenn es um die Sache ging und Jesus den Leuten klaren Wein einschenkte, dann muckten sie auf. Unter den Jüngern wollte jeder der Erste sein, sodass Jesus konterte: „Die Ersten werden die Letzten und die Letzten die Ersten sein.“ Oh, das gefiel ihnen gar nicht. Oder: „Vorsicht, sagte er den Seinen, der Jünger steht nicht über dem Meister.“ Auch das kam nicht gut an.

5. Jesus war anders als die Anderen

Ganz extrem wurde es, als Jesus nach seinen Wanderjahren zurück nach Nazareth kam und die Leute von einigen seiner Wunder erzählten und er so in der Synagoge predigte, dass ihnen die Augen überliefen. Sie zuckten mit den Achseln: „Was glaubt der eigentlich? Was nimmt der sich denn heraus? Wir kennen ihn doch, seine Mutter, seine Geschwister, alle wohl bekannt… „Und da nahmen sie Anstoß an ihm und lehnten ihn ab.“ An andere Stelle heißt es „… und sie trieben ihn aus der Stadt hinaus.“

6. Nicht der Ruhm zählt, auch nicht der Erfolg

Was also sagt uns Jesus über Ruhm und Erfolg? Es geht ihm nicht um Ruhm und um den Jubel der Menge. Es geht ihm um die Wahrheit und um die Würde der Menschen, vor allem derer, die schwach und erfolglos sind unter uns. Deswegen machte es ihm auch nichts aus, wenn sie Anstoß an ihm nahmen. Er nahm es hin, denn es war sein Weg zum Triumpf.

7. Anstoß statt Ärgernis

Es gilt heute für die Kirche wie für mich: Sind wir bereit, anderen einen heilsamen Anstoß zu geben? Ja wirklich Anstoß sollen wir geben, nicht Ärgernis. Dann dürfen die Leute an uns Anstoß nehmen. Wenn das nie geschieht, stimmt an unserem Christ- sein etwas nicht. Es wird mit der strukturierten Kirche bestimmt noch weiter bergab gehen, unsere Gemeinden werden sich noch mehr verdünnen. Das tut weh, aber das ist halb so schlimm, wenn sich nicht alle Christen an die Masse anpassen, wenn immer wieder einige Ja sagen, wo alle Nein sagen und Nein sagen, wenn alle andern Ja sagen. „Ich geh eben doch in die Kirche, wenn von meinen Freunden auch niemand mehr geht. Ich gehe zur Wahl, auch wenn sie sagen, es lohnt sich doch nicht.“ Und vor allem, es braucht Menschen, die sich ganz an Ihn binden und seinem Wort vertrauen, - denn er ist der beste Trainer der Welt: seinen Anweisungen folgen, so als ginge es ums Endspiel, um Sieg oder Niederlage, -ja, Sieg, der sich nicht an unseren Muskeln, sondern an unseren Herzen entscheidet. Und wichtig, dass wir zu einer Mannschaft gehören, nicht Masse soll sie heißen, ein kleines Team, das gut spielt, weil es um das Leben geht, um ein glückliches, faires Leben.              Klaus Beurle

Zum Thema „Fußball und Glaube“ habe ich einen kleinen Beitrag im angesehenen Wochenmagazin Christ in der Gegenwart geschrieben. Der Titel lautet Die Frommen am Ball. Wenn Sie daran interessiert sind: einige Kopien habe ich mitgebracht, sie liegen in der Sakristei auf. Doch am besten, wenn Sie etwas für die Aktualisierung und Vertiefung Ihres Glaubens tun wollen, Sie bestellen selbst den Christ in der Gegenwart.