Patriarch Louis Sako zur Lage im Nahen Osten

Ich glaube, ein mutiger Dialog, der das Gemeinwohl zum Ziel hat und alle in die Politik mit einbezieht ist immer möglich. Die Lösung muss politisch sein. Sie darf nicht militärisch sein. Krieg ist immer schlecht, er macht die Situation komplizierter und löst keine Probleme. Ein neutrales Land oder eine Gruppe von religiösen Führern können ein solches Treffen organisieren. Denn diese vertreten keine persönlichen Interessen. Ein Militärschlag seitens der USA wird sehr viele Unschuldige töten, die Infrastruktur und Häuser zerstören (dabei denke ich an das, was im Irak passiert ist). Auch weiß man nicht, welche Folgen er nicht nur für Syrien, sondern auch für Syriens Nachbarländer haben wird. Die Situation ist sehr angespannt und kritisch.

Mit welchem Recht verkauft man Waffen an Syrien und an den Irak und greift danach an? Wir hier im Nahen Osten verstehen die Politik des Westens nicht. Da sind doch keine Werte erkennbar! Schauen wir nur die Situation in Ägypten, in Libyen, Tunis, Im Irak. in Jemen und nun in Syrien an. Wir verstehen nicht, warum man ein diktatorisches Regime durch ein anderes, noch schlimmeres ersetzen will. In Ägypten ist Mubarak gegangen und Mursi gekommen - welch ein Wechsel: Konflikte, Korruption und eine Zunahme der Armut. Dasselbe gilt für Libyen, Jemen ...

Wo es eine Demokratie gibt, dort gibt es Freiheit. Was macht der Westen, um die Demokratie wirklich einzuführen? Was er sagt, sind nur Slogans mit denen er die Tatsache, dass er Krieg führt, entschuldigend rechtfertigt!

Zehn Jahre nach der amerikanischen Invasion in den Irak haben wir hier keine Demokratie. Tagtäglich gibt es Explosionen, Tote, Schäden ...

Würde die westliche Welt wirklich die Demokratie wollen, so müsste er die Menschen zur Demokratie erziehen und ihnen helfen, diese auch zu verwirklichen - und eben nicht Spannungen und Konflikte heraufbeschwören. Der Westen sieht ausschließlich seine ökonomischen Interessen!! Das ist doch kein moralisches Handeln!

Reformen geschehen über den Dialog. Dafür braucht man Zeit und guten Willen - und keine

Bomben! Doch heute lernt weder der Westen noch der Nahe Osten etwas. Was haben die US­Amerikaner aus dem Krieg im Irak gelernt? Was haben die Regimes vor Ort gelernt, das

ihnen helfen würde, Reformen durchzuführen? Wer möchte einen Konsens, dem alle

zustimmen können?

Die Lage wird sich genau dann ändern, wenn die Großmächte nicht mehr Gewalt unterstützen, sondern auf einen Dialog hindrängen. Beispiel hierfür sind Ghandi in Indien und Nelson Mandela in Südfrika. Im Kampf aller gegen alle geht es um Macht und nicht um Demokratie und Reformen.

Deswegen verkauft keine Waffen mehr!: protestiert in allen Ländern um ein bewaffnetes Eingreifen aufzuhalten: Mobilisiert weltweit die öffentliche Meinung und fordert zivilgesellschaftliche und friedliche Lösungen! Ein Militärschlag schwächt alle. Er macht alle arm und fuhrt zu Chaos und Elend. Wer sehen kann, der sehe die Situation in Libyen, Tunis und im Irak!

Kontakt

Dr. Klaus Beurle

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