WORTEzum Bedenken im Juli 2020

Ich bin nicht weit weg, nur auf der anderen Seite des Weges.
Charles Péguy (1873-1914), französischer Dichter

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen / die sich über die Dinge ziehn.
Rainer Maria Rilke (1875-1926), österreichischer Dichter

In jeder Aufführung muss das Werk neu geboren werden.
Gustav Mahler (1860-1911), österreichischer Komponist

Maria hatte den Mut, auf den Gott des Unmöglichen zu vertrauen und ihm die Lösung ihrer Probleme zu überlassen.
Carlo Caretto (1910-1988), Kleiner Bruder Jesu

In der Liebe Christi für die Feinde beten. Nach einem Streit noch vor Sonnenuntergang zum Frieden zurückkehren. Benedikt von Nursia (um 480-547), Vater des Abendländischen Mönchtums, Patron Europas

Wer gesammelt in der Tiefe lebt, sieht auch die „kleinen Dinge“.
Edith Stein/Teresia Benedicta vom Kreuz (1891-1942), Karmelitin

Die Wahrheit ist symphonisch.
Hans Urs von Balthasar (1905-1988), Schweizer Theologe

All unsere Träume müssen heruntergebrochen werden in unsere banale Erdhaftigkeit.
Bruder Leopold Mader (*1938), Franziskanerminorit

Gewaltlosigkeit ist die Kraft der Gerechtigkeit. Die Fülle der Kraft, die Allmacht, das ist Gott.
Lanza des Vasto (1901-1981), Schüler von M. Gandhi, Gründer der Arche

Vielleicht kann durch die Pandemie erzwungene Pause zu einer heilsamen Unterbrechung des “noch schneller, noch höher, noch mehr“ werden.
Elisabeth Pesters OCD, Karmelitin, Karmel Kirchzarten

Wir alle spüren, dass in unserer Welt tiefgreifende Veränderungen nötig sind. Aber wir entdecken auch, dass Veränderungen nicht ohne eine Veränderung im Herzen des Menschen geschehen können.
Frère Alois (*1955), Prior der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé

gewaltfrei machtlos?

Die Ausmaße von Gewalttaten sind entsetzlich. Erschütternd die Kriege in Syrien, Libyen, Jemen…. Erschreckend die Mordtaten in Kassel, in Minneapolis. Die täglichen Gewaltnachrichten erschlagen mich. Gibt es eine angemessene Reaktion darauf?

Gut 2000 Jahren sind es her, dass einer aufstand und sagte: „Liebet eure Feinde…. Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere Wange hin“ (Mt 5,45f). Unmöglich – sagt mir mein bloßer Menschenverstand. Jesus zeigte uns jedoch, dass es möglich ist. Er schlug nicht zurück, als sie auf ihn einschlugen, wich nicht aus, als sie ihm nach dem Leben trachteten und verzieh seinen Feinden, als sie ihn ans Kreuz nagelten. „Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23,34).

Konnte uns Jesus seine Kernbotschaft der Feindesliebe stärker und eindringlicher vermitteln?

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Von Balkon zu Balkon

27.04.2020

Sie ist in den 80ern, aber noch gut drauf. Wenn wir uns in der Stadt treffen, bleibt meine Nachbarin meist stehen, holt tief Luft, strahlt mich an und sagt mir dann irgendetwas Schönes. Oder sie will etwas von mir wissen. Aber neugierig ist sie nicht. Sie kommt mit ihrem Leben gut zurecht. Wir beide lieben Kontakte zu unseren Mitmenschen. Doch seit Wochen treffen wir uns nicht mehr auf der Straße…

In Corona-Zeiten ist unser Kontakt auf unsere Balkonnachbarschaft beschränkt. Meine Nachbarin wohnt im Haus vis-a-vis, genau auf dem gleichen Stock. Unsere Balkone sind durch einen, mit drei Bäumen bepflanzten Hof voneinander getrennt. In der Mitte plätschert ein kleiner Brunnen. Wir sehen uns seit Wochen immer wieder für einige Augenblicke über den Hof hinweg, vor allem wenn wir bei dem schönen Wetter unsere Wohnzimmertüren offenlassen. Hallo - morgens, hallo – abends! Oft stehen wir uns einfach in den Balkonen gegenüber, wortlos. Derzeit ist ja sonniges Wetter – so ganz im Gegensatz zur düsteren Corona-Stimmung.

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Johannes XXIII. - Die Berufung eines Bauernsohnes

 

Kaum jemand hatte nach dem Tod von Papst Pius XXII. den Bauernsohn aus dem norditalienischen Sotto il Monte bei Bergamo auf dem Stuhl Petri erwartet. Aber die Mehrzahl der Kardinäle wollte es so: Etwas Neues sollte beginnen…, weg von festgefahrenen Gleisen, von verengten Lehrtraditionen, weg von hierarchischen Strukturen und feudalen Abhängigkeiten der Kirche. Bereits unter Pius XII. hatte sich unter den Kardinälen ein Unbehagen breitgemacht, der Reformstau war spürbar geworden.

 

Bald schon deutete sich an, dass es Johannes – „Nennt mich Bruder“ - nach der Reihe von aristokratisch-regierenden Pius-Päpsten eine Umkehr der Kirche ging: Umkehr zur ursprünglichen „Einfachheit“ des Evangeliums, zum Auftrag Kirche, in einer der Zeit angemessenen Weise die Frohe Botschaft zu verkünden. Durch spontane Worte und intuitive Gesten gelang es Johannes schnell, „Wahrheiten“ ans Licht zu bringen, die seit langem vergessen oder verschüttet waren.

 

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Im Heute Gottes leben

 

Es war für mich ungewohnt, als Frère Roger in Taizé erstmals vom l´aujourd´hui de Dieu, vom Heute Gottes sprach. Später haben viele sein Buch „Das Heute Gottes“ aufmerksam und neugierig gelesen. Was wollte der Gründer der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé uns mit dem Heute Gottes sagen? Heute als Wesenseigenschaft Gottes – Gott ist Heute?

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