Dan 2, 7-14 Offb 1, 5-8 Joh 18, 33-37 25.11.3018

 

Vom Kind in der Krippe zum König der Welt - Christkönig

 

Die gewaltfreien Umstürze in der DDR, in Polen, der Tschechoslowakei, in Ungarn und den baltischen Staaten haben uns gezeigt, dass Machthaber, die die Völker unterdrücken keine Zukunft haben. Statt unterdrücken – was sonst ist das Geschäft der Machthaber?

 

Die Königshäuser in Europa werden immer noch bewundert. Ein Charme geht von europäischen Königen und Königinnen immer noch aus, vor allem wenn sie so alt sind wie die Königin Englands oder der König Spaniens. Aber haben Könige und Königinnen heute noch viel zu sagen? Ist ihre Zeit nicht abgelaufen?

 

Wie also steht es um den König, der sich vom armen Jesus in Nazareth zum König aller Völker entfaltet hat? Welcher Art ist sein Königtum, seine Königsherrschaft?

 

Im Buch Daniel wird zum ersten Mal vom Menschensohn gesprochen, womit sich Jesus dann später selbst bezeichnete. Gemeint ist damit jener Gott-Mensch, der menschliche Schwachheit und göttliche All-Herrschaft in sich vereinigt. Der Menschensohn kommt am Ende nicht, wie der Prophet Daniel schrieb, „mit unheimlichen Tieren“, sondern er kommt „mit den Wolken des Himmels.“

 

Ist unsere Erde nicht Schauplatz eines großen Theaters, in dem Geld und Reichtum regieren und die Kleinen darum ringen, zu bekommen, was ihnen zusteht?

 

Nun sagt uns die Offenbarung aber, das es ein Wesen gibt, das Ursprung, Mitte und Ziel der Geschichte und aller Zeiten ist, nämlich jener Jesus, der Christus, dessen Reich „nicht von dieser Welt“ ist. Seine Herrschaft beruht auf der Kraft der Wahrheit und der Macht der Liebe. Er ist „nicht gekommen zu herrschen, sondern zu dienen.“ Für diese Wahrheit hat Jesus „Zeugnis abgelegt,“, wie es im Johannes-Evangelium heißt. Die Juden seinerzeit stritten darüber, weshalb Jesus mit so viel Macht auftrete. Als Jesus, den sie angeklagt hatten, sein Wesen erklärte, sagt Pilatus, der Besatzungsverwalter, was Jesus nicht von sich behauptete: „Also bist du doch ein König!“ Am Kreuz hat Jesus bezeugt, worin seine Königswürde und seine Macht liegt: in der Selbsthingabe zur Vergebung menschlicher Schuld und zur Befreiung aus der Finsternis des Geistes und der Herzen…

 

Doch damals wie heute hat sich die Welt, die Mehrheit der Menschen, der befreienden Wahrheit versperrt und es bevorzugt, in der Hölle der Selbstherrlichkeit und Selbstanbetung zu bleiben.

Können wir uns neu aufmachen, mit Maria zu sagen: „Mir geschehe nach deinem Wort“ und mit den Hirten und Weisen zur Krippe zu eilen, um den wahren König anzubeten – das göttliche Kind, auf dessen Schultern die Weltherrschaft ruht? KB

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