Predigt - Mk 3, 20-35 Wer ist verwirrt?

Sonntag 10. Juni 2016 Elisabethenheim

 

Es gibt Menschen, die verwirrt sind, es gibt verwirrte Situationen, die von verwirrten Menschen verursacht werden. Denken wir an den deutschen Bundestag, wo einzelne Parteien bewusst Verwirrung stiften, denken wir daran, welche Verwirrung heute von Amerika ausgeht.… Denken wir an Menschen unter uns, die aus ihrer unverschuldeten Verwirrung nicht mehr herauskommen., die an ihrer inneren Unruhe und Zerrissenheit leiden. An unserer friedlosen und zerrissenen Welt und an den schrecklichen Taten der Gewalt, die Menschen verursachen, erkennen wir, wie weit das Reich Gottes noch von uns entfernt ist, obwohl es doch mitten unter uns gegenwärtig ist. Voller Widersprüche ist unsere Welt, unser Leben, unser Glaube.

 

Im heutigen Evangelium geht es auch um eine verwirrte Situation. Jesus war von einer so großen Menschenmenge umgeben, dass sich seine Angehörigen – man weiß nicht so genau, wer das war – sich um ihn Sorge machten. Denn er schien in der Menschenmenge unterzugehen, obwohl doch in einem Haus für ihn und seine Jünger das Essen bereitstand. Doch er und die Jünger kamen nicht, so sagten sie verängstigt zueinander: „Er ist von Sinnen.“ Die Schriftgelehrten behaupteten , als sie sahen, wie Jesus von der Menge umhergetrieben wurde, dass er von einem bösen Geist überwältigt wurde und mit dem Anführer der Dämonen andere Dämonen austreibe.

 

Da nahm Jesus das Heft in die Hand und bat sie, ihm zuzuhören. Er erklärte ihnen in Gleichnissen, dass nicht er, sondern die Angsthasen und Gelehrten verwirrt sind: Wie kann eine Familie bestehen, wenn sie in sich gespalten ist? Wie kann der Teufel so viel Schaden anrichten, wenn er gegen sich selbst kämpft? Wie kommt ihr darauf, mir vorzuhalten, ich, der Heilige Gottes, sei von einem unreinen Geist besessen?

 

Was will uns das Evangelium mit der Beschreibung von Verwirrungen sagen? Wie reagiert Jesus auf den Vorwurf, er sei? Jesus ist allen überlegen und erklärt seinen Kritikern die Wahrheit. Er rüttelt sie auf. Sie sollten verstehen, dass es zwischen dem Geist Gottes und ihm keine Spaltung gibt. Zu behaupten, dass Jesus von Sinnen sei und von einem unreinen Geist befallen sei, kann nur, wer selbst einen unreinen Geist hat. Jesu Person als Gottes- und Menschensohn zu verstehen, ist nicht leicht. Jesus räumt aber alle Zweifel über ihn aus, indem er sagt, dass es in ihm keinen Widerspruch und keine Spaltung gibt. Solche Vorwürfe würden von verwirrten Menschen in ihn hineingetragen. Bis heute behaupten verwirrte Menschen irrsinnige Dinge über Jesus. Jesus ist ganz Mensch und ganz Gott. Dies ist mit menschlicher Vernunft nicht zu fassen. Deshalb endet Jesus die Diskussion, indem er sagt, dass nicht Gedanken oder Worte die Wahrheit über ihn ans Licht brächten, sondern das Tun des Willen seines Vaters. Solche Menschen, die ihr Leben auf Gott ausrichten, sind seine Brüder und Schwestern. Wer durch sein Tun zu Jesus gehört, kennt ihn.

Kontakt

Dr. Klaus Beurle

Pleicherpfarrgasse 10
97070 Würzburg
Tel / Fax: 0931/45258898
e-mail:
klaus-beurle(at)t-online.de