KILIAN und seine GEFÄHRTEN – eine Botschaft für uns heute?

Kiliani 2014, 6. Juli 2014, 9.30 Uhr, St. Elisabeth Zellerau – „Selig seid ihr..“ Lk 6, 7 – 13

 

Die Kiliani-Woche fällt dieses Jahr in heiße Fußballwochen. Für die Muslime fällt sie zudem in den Fastenmonat Ramadan. Fest- und Fastengestimmth haben uns je nach dem eingeholt. Weltmeisterschaft und Kiliani müssen sich nicht zu beißen. Eine ganze Reihe von Fußballfans sind gleichzeitig treue Gefolgsleute der Frankenapostel.

 

Daran besteht allerdings kein Zweifel: die Medien gehören in diesen Tagen den Fußballhelden, nicht den Frankenheiligen. Die kirchliche Presse im Frankenland kann nur einen kleinen Teil an Aufmerksamkeit auf die Frankenheiligen lenken.

 

Der irische Mönch Kilian und seine Gefährten sind nicht nach Würzburg gekommen, um akrobatisches Können auf dem Talavera-Rasen darzubieten oder um horrende Einnahmen zu machen. Die Frankenheiligen wollten nicht ein Spiel, sondern die Herzen der Franken gewinnen – nicht für eine Trophäe, sondern für Jesus, für den Gott gesandten Mann von Nazaret wollten sie die Herzen gewinnen..

 

Was die irischen Wandermönche im Frankenland des 7. Jahrhunderts auslösten, hat einiges auf den Kopf gestellt und Einzelnen den Kopf gekostet. Kilian, der etwa um das Jahr 689 mit einigen seiner Gefährten zusammen ermordet wurde, die vermutlich Kolonat und Totnan hießen, hat fränkische Geschichte gemacht. Nach seinem Tod wurde vieles über ihn durch Legenden ausgemalt und ausgeschmückt, denn allzu vieles weiß man bis heute nicht von den Glaubensboten aus Irland. Immer wieder wurde hingewiesen auf die Bischofsweihe, die Kilian in Rom erhalten haben soll, auf die Taufe des bekehrten Herzogs, der wohl Gozbert hieß, auf die Ermahnung des Herzogs durch Kilian, nicht die Frau seines Bruders zu heiraten und schließlich auf die Intrige Geilanas, der – aus christlicher Sicht - unrechtmäßigen Frau des Herzogs. Diese setzte sich in den Kopf, Kilian und seine Gefährten umbringen zu lassen. Und sie tat es.

 

Bewiesen ist hingegen, dass einige Zeit danach Bischof Bonifatius vom Glauben der Franken so angetan war, dass er die Gründung des Bistums Würzburgs veranlasste. Vorher, gut 700 Jahre nach Christus, gab es keine Diözese in Unterfranken und die meisten Franken wussten nichts von Christus. Der in England geborene Burkhard, der erste Bischof von Würzburg, zeigte die Reliquien von Kilian, Kolonat und Totnan den Gläubigen und lud sie zur Verehrung derselben ein..

 

Uns Heutigen verlangen die Frankenapostel einiges ab, wenn wir ihr Erbe bewahren und weitergeben wollen. Was Gewaltlosigkeit und Gewalt, Ehe und Ehebruch usw. betreffen, tun wir gut daran, immer wieder zu denen aufzublicken, die uns vorausgegangen sind, damit wir nicht auf der Stelle stehen bleiben und uns im eigenen Kreis drehen, wie Franziskus es uns immer wieder ans Herz legt. KBeurle